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CECILE TRENTINI

"SEELENFENSTER"

29. Oktober bis 25. November 2011

STATEMENT DER KÜNSTLERIN
Anders als meine geplanten, durchdachten, eher konstruktiven Arbeiten, sind alle Werke, die in dieser Ausstellung gezeigt werden, auf ganz spontane, intuitive Art entstanden. Ausgangslage ist jeweils nicht eine Idee oder ein bestimmtes Thema, sondern immer das Material: ein selbstbedruckter Stoff, ein Stück Leinwand oder, bei den Miniaturen, gesammelte Reste, die bei der Entstehung grösserer Werke anfallen.
Bei diesen Werken arbeite ich in der Regel ohne grossen Entwurf, der Stoff wird direkt geschnitten, mit anderen Stoffen kombiniert, Kompositionen ausprobiert und wieder verworfen. Leitfaden sind Farben, Formen, Texturen, mit denen ich spiele, die ich wie in einer Collage nebeneinander und übereinander lege, bis eine stimmige Gesamtwirkung erreicht wird. Dabei wandern die Gedanken, Verbindungen und Verknüpfungen tauchen auf, Assoziationen werden geweckt, die die weiteren gestalterischen Entscheidungen lenken und beeinflussen.
Dies ist ganz besonders bei den Miniaturen der Fall. Bei diesen lege ich mir zwar engere Rahmenbedingungen auf: das Material ist gegeben (Reste aus grösseren Werken), das Format ist gegeben (maximal A4), die Zeit ist gegeben (es steht jeweils nur ein halber Tag für die Arbeit an der Miniatur zur Verfügung), aber gerade diese engeren Grenzen, ermöglichen, durch die Reduktion der Möglichkeiten, eine freieres Umgehen mit Gestaltungselementen, eine grössere Freiheit im kreativen Prozess. Vergleichbar mit der "Ecriture automatique" bei den Surrealisten, lasse ich mich ganz und gar von spontanen Einfällen und Assoziationsketten leiten, die unzensiert umgesetzt werden und oft titelgebend sind.
Ein solches intuitives Vorgehen ist natürlich immer auch stark geprägt von jeweiligen Stimmungen und Ereignissen, die zeitgleich den Alltag prägen. In diesem Sinne, gewähren diese Arbeiten einen Blick auf das Innerste, sie sind ein Spiegel von Gedanken, Bildern und Gefühlen; Seelenfenster eben.

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